Ernst Elias Niebergall

Ernst Elias Niebergall, der auch unter dem Pseudonym Ernst Streff (E.Streff) veröffentlichte, wurde am 13. Januar 1815 in Darmstadt geboren. Als das jüngste von sieben Kindern wurde er im Alter von 13 Jahren zum Vollwaisen. Eine bescheidene Beihilfe aus der Hofkasse ermöglichte es Niebergall 1827 von einer privaten Vorschule auf das renommierte Pädagog zu wechseln, das damals auch der um zwei Jahre ältere Georg Büchner besuchte. 

Ab 1831 studierte er Theologie in Gießen und war sowohl Mitglied der Burschenschaft "Germania", die 1833 aufgelöst wurde, als auch der im Folgejahr aufgelösten Studentenverbindung "Palatia". Wegen seines Engagements in diesen Gemeinschaften wurde er mit Haft betraft und vom Studium ausgeschlossen.

Im Herbst 1835 wurde er Hauslehrer in der Forstmeisterfamilie Reitz in Dieburg. 1883 holte er die theologische Prüfung nach. Dennoch entschied er sich für den Lehrerberuf. Während der drei Jahre bis zu seinem Tod (Folgen einer Lungenentzündung) wirkte er am angesehenen "Institut" des Alt-Burschenschafters Heinrich Schmitz in Darmstadt.

Ab 1836 erschienen in der "Didaskalia" (der Unterhaltungsbeilage des Frankfurter Journals) die ersten Erzählungen und Balladen. Als "E. Streff" signierte Niebergall 1837 das bereits in Gießen begonnene Stück "Des Burschen Heimkehr oder der tolle Hund", das im gleichen Jahr noch uraufgeführt wurde. Das 1840/41 geschriebene Stück "Datterich" wurde 1862, zwei Jahrzehnte nach Niebergalls Tod, erstmals in Darmstadt-Bessungen gespielt. Erst spät (mit den Aufführungen zum 100. Geburtstag des Autors 1915 – im Darmstädter Hoftheater, in Frankfurt und Berlin) entdeckte man die Stärke der versteckten Zeit- und Gesellschaftskritik in diesem Stück.


Eckhart G. Franz: Niebergall, Ernst Elias.
In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, S. 216

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