Die Datterich-Schänke in Traisa und der Zusammenhang mit dem erwähnten Wirtschaftslokal im "Datterich" von Ernst Elias Niebergall

"Traisa.Wirtschaftslocal im Freien."1

In der ersten Szene des zweiten Bildes im "Datterich" ist die Rede von einem Wirtschaftslokal in Traisa. Dort befinden sich Dummbach, seine Frau und seine Tochter, Bennelbächer und Spirwes. In der nächsten Szene trifft der Datterich hinzu. Im Herzen von Traisa befindet sich die Datterich-Schänke. 

Ich machte mich also auf den Weg, um herauszufinden, ob es einen Zusammmenhang zwischen dem erwähnten Wirtschaftslokal im "Datterich" und der Datterich-Schänke in Traisa gibt. Dazu stellte ich dem Besitzer des Restaurants, Vassili Mavrodoglou (58 Jahre alt, Grieche), einige Fragen. Vassili Mavrodogoulu führt die Datterich-Schänke seit 22 Jahren, vor circa einem Jahr ist sie in seinen Besitz übergegangen. 

Er betreibt eine internationale Küche, gemischt aus deutschen, griechischen und italienischen Spezialitäten, mit verschiedenen Tages- und Wochenmenüs, die auch zum Mittagstisch angeboten werden. Es herrscht eine herzliche und dörfliche Atmosphäre und Herr Mavrodoglou erinnert mit seiner trockenen Art und seinem äußerst amüsanten hessischen Dialekt, mit griechischem Akzent, stark an die Sprache in der Lokalposse "Datterich".

Ein Besuch der "Datterich-Schänke" ist für Fans des "Datterich" und des hessischen Dialekts also ein absolutes Muss!


1 Niebergall, Ernst Elias: Datterich. Philipp Reclam jun. GmbH & Co.KG, Stuttgart: 2011, S.21

 

Interview mit Herrn Mavrodoglou, dem Besitzer der Datterich-Schänke

Herr Mavrodoglou, wissen Sie wie alt dieses Gebäude ist?
Ach, das ist schon sehr alt. Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Könnte es sein, dass dies das Wirtshaus ist, von dem im "Datterich" die Rede ist?
Ja, das kann gut sein. Dieses Gebäude gab es um diese Zeit ja schon und es war, soweit ich weiß, schon immer ein Wirtshaus. Draußen am Gebäude ist auch eine Widmung, da steht, dass das zweite Bild im "Datterich" hier gespielt hat.

Haben Sie selbst den "Datterich" gelesen?
Ja, das habe ich. Das Besondere an ihm war, dass er immer trank, aber kein Geld zum Bezahlen hatte. Das war ein richtiger Schluckspecht. Da gibt es doch dieses Zitat: "Bezahle, wann mer Geld hat, des is kah Kunst: awwer bezahle, wann mer kahns hat, des is e Kunst, liewer Mann, un die muss ich erscht noch lerne".

Welches Publikum besucht Ihr Restaurant?
Ach, das ist ganz gemischt. Jede Altersklasse. Natürlich viele Stammgäste aus Mühltal und der Umgebung, ich sage mal im Umkreis von 15 Kilometern. Mittags kommen viele Leute, wegen dem Mittagsmenü. Aber es ist durchweg ein gutes Publikum. Alles sehr angenehme Leute. Viele Vereine und Familien kommen hier her. Aber das sind alles ganz friedliche Leute. Da habe ich Wert drauf gelegt und ich lege Wert auf ein gepflegtes Trinken, hier gibt es also keine Ausfälle oder so. Alles ganz nach dem Motto: Esse, Trinke, Schwätze in der "Datterich-Schänke".

Können Sie mir einige Gesprächsthemen nennen, über die man sich bei Ihnen so unterhält?
Ach, das sind viele Themen. Jeder weiß etwas. Momentan geht es hauptsächlich um Fußball, bald ist ja die WM. Aber so an sich, geht es natürlich auch viel um politische Themen, die Europakrise…, eben alles Mögliche. Das sind ja alles intelligente, studierte Leute hier in Traisa. Der eine ist Ingenieur, der andere ist Arzt. Also da unterhält man sich wirklich über alle möglichen Themen.

Spielt man bei Ihnen, wie im "Datterich", ebenfalls manchmal Kartenspielen?
Das ist eher selten. Höchstens, wenn Familien kommen, um die Kinder zu unterhalten.

Was schätzen Sie, wie viele Ihrer Gäste haben den "Datterich" von Niebergall gelesen?
Naja, die Leute in Traisa wissen das schon. Die meisten haben ihn gelesen. Wie gesagt, das sind ja alles studierte Leute hier. Viele kommen auch ins Restaurant, nachdem sie sich den "Datterich" in Darmstadt angeschaut haben. Sie haben dann immer Prospekte dabei und lachen sich kaputt.

Bei Ihnen hängt ein Portrait des "Datterichs", wo haben Sie das her?
Das stand früher in der "Datterich-Klause" in Darmstadt. Das habe ich damals zur Einweihung vom Landrat Klein geschenkt bekommen. Bei der Einweihung vor 22 Jahren, da haben sie hier auch das "Datterich-Stück" gespielt.

Sind Sie damit einverstanden, dass Ihr Restaurant in unserem Portal abgebildet- und dieses Interview veröffentlicht wird?
Ja, klar, machen Sie mal. Ich schaue mir das dann an.

Bilder

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